Notdienst gehört für viele SHK-Betriebe zum Geschäft — und ist gleichzeitig die größte Belastung. Wer ihn klug organisiert, hält die Mannschaft bei Laune und verliert trotzdem keinen Notruf. Dieser Leitfaden zeigt die gängigen Modelle und worauf es in der Praxis ankommt.
Rufbereitschaft vs. Bereitschaftsdienst
Arbeitsrechtlich wird unterschieden: Bei der Rufbereitschaft kann sich der Mitarbeitende frei aufhalten und muss nur erreichbar sein; beim Bereitschaftsdienst hält er sich an einem vorgegebenen Ort bereit. Für die meisten kleinen SHK-Betriebe ist die Rufbereitschaft das praktikable Modell — sie ist weniger belastend und günstiger, verlangt aber verlässliche Erreichbarkeit.
Dienstplan: fair und planbar
- Rotation statt Dauerlast: Wechseln Sie die Bereitschaft wochenweise, damit niemand jedes Wochenende gebunden ist.
- Vorausplanung: Ein Plan über mehrere Wochen lässt die Mitarbeitenden ihr Privatleben organisieren.
- Vertretungsregel: Legen Sie fest, wer einspringt, wenn der Diensthabende ausfällt.
- Belastung sichtbar machen: Halten Sie fest, wie oft nachts tatsächlich ausgerückt wird — das ist die Grundlage für faire Vergütung.
Vergütung
Rufbereitschaft und tatsächliche Einsätze werden in der Regel unterschiedlich vergütet: eine Pauschale für die Bereitschaft plus die geleistete Arbeitszeit bei einem Einsatz. Tarifverträge oder betriebliche Regelungen geben hier oft den Rahmen vor. Wichtig ist Transparenz gegenüber dem Team.
Der wunde Punkt: die Telefonannahme
Das eigentliche Problem ist selten der Einsatz, sondern das ständige Klingeln. Jeder Anruf reißt aus dem Schlaf oder dem Familienabend — auch der, der gar kein Notfall ist. Hier setzt eine vorgelagerte, strukturierte Annahme an: Sie nimmt jeden Anruf entgegen, filtert Routine von Notfall und alarmiert die Bereitschaft nur dann, wenn es wirklich dringend ist.
Nicht jeder nächtliche Anruf ist ein Notfall. Wer vorab filtert, schützt den Schlaf der Mannschaft — ohne einen echten Notruf zu verpassen.
So bleibt die Bereitschaft für die Fälle reserviert, die sie wirklich braucht, und das Team wird spürbar entlastet — ein Faktor, der bei Fachkräftemangel über das Halten guter Leute mitentscheidet.
Häufige Fragen
Wie viele Mitarbeitende braucht es für eine faire Rotation?
Schon ab drei bis vier Personen lässt sich die Bereitschaft so rotieren, dass niemand jedes Wochenende gebunden ist. In sehr kleinen Betrieben übernimmt oft der Inhaber — hier hilft eine vorgelagerte Annahme besonders, um nicht von jedem Anruf geweckt zu werden.
Muss Rufbereitschaft vergütet werden?
In der Regel ja, meist über eine Bereitschaftspauschale plus die tatsächliche Einsatzzeit. Die genaue Ausgestaltung hängt von Tarifvertrag oder betrieblicher Regelung ab — das sollten Sie individuell klären.
Wie reduziere ich die Belastung durch nächtliche Anrufe?
Indem nicht jeder Anruf direkt beim Monteur landet: Eine strukturierte Notruf-Annahme filtert Routine von Notfall und alarmiert die Bereitschaft nur bei echten Notfällen. Das erhält die Erreichbarkeit und schützt zugleich die Erholung des Teams.

